Donnerstag, 29. Oktober 2009

The Family of Henry the Vacuum Cleaner

In der vergangenen Woche wurde mir bewusst, dass wir einen 9. Mitbewohner auf unserer Etage im Wohnheim haben. Er wohnt in unserer Küche. Er steht uns jederzeit für Reinigungszwecke zur Verfügung und obwohl ich seine Hilfe schon oft in Anspruch genommen habe war mir nicht bewusst, dass er einen Namen hat. Nun möchte ich euch alle mit Henry bekannt machen:

Henry ist also unser kleiner roter Staubsauger der uns jederzeit zum säubern unserer Zimmer zur Verfügung steht. Wie ich dann aber weiter erfahren durfte hat Henry offensichtlich auch eine ganze Familie. Der neuste und erstmalig weibliche Familienzuwachs ist Hetty:


Die anderen Familienmitglieder sind: Edward, Basil, Charles und Edward. Jeder von Ihnen hat andere Qualitäten und so kann sich jeder das Familienmitglied aussuchen welches am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt.




Engländer behandeln also nicht nur ihre Kinder wie Hunde (siehe Bild in meinem Bericht über Windsor) oder andere Haustiere sondern auch ihr Staubsauger wird als vollwertiges Familienmitglied angesehen und komplett in den Familienalltag integriert.

Montag, 26. Oktober 2009

Stonehenge, Oxford and Hogwarts on a rainy Saturday

Der letzte Samstag war mal wieder typisch britisch: Regen, Regen, Regen und am Ende ein bisschen Sonne. Wie sollte es auch anders sein an einem Tag an dem wir uns aufmachen um Stonehenge und Oxford zu besichtigen. Die Tage vor dem Ausflug und auch gestern und heute waren komplett sonnig, aber warum sollte das Wetter es auch gut mit uns meinen an dem einzigen Tag an dem wir nicht irgendwo sitzen und lesen! :-)

Samstag morgen ging es um 8.00 Uhr vom
Campus los. Die Tour wurde von der International Students Society organisiert. Schon beim Aufwachen konnte ich das leise prasseln des Regens auf der Straße hören. Ich habe mich aber trotzdem mit einem Regenschirm bewaffnet auf den Weg zum Bus gemacht. Nach einer ca. 2 stündigen Fahrt hatten wir dann unser erstes Reiseziel erreicht: Stonehenge. Dieser weltbekannte Kreis aus Steinen existiert seit ca. 5.050 Jahren. 3.050 vor Christus wurde der äußere Ring erbaut. Der Rest entstand in zwei weiteren Bauphasen zwischen 2.060 und 1.500 vor Christus. Heute ist Stonehenge Europas berühmtestes prähistorisches Monument.


Leider hat es während unseres gesamten Aufenthaltes in Stonehenge geregnet und gestürmt. Aus diesem Grund konnten wir den Besuch nicht richtig genießen, denn am Ende waren wir einfach nur froh wieder im trockenen Bus zu sitzen. Stonhenge an sich ist aber sehr interessant und ich möchte auf jeden Fall noch einmal dorthin fahren, wenn das Wetter besser ist.

Unser zweites Ziel war dann Oxford. Der Name der Stadt bezieht sich auf eine geeignete Stelle zum Überqueren des Flusses (eine Furt für Ochsen). Die Stadt entstand 1167 mit dem Bau der heute bedeutendsten Universität Englands. Oxford hat eine Menge kultureller Dinge zu bieten und um dies alles zu sehen braucht man auf jeden Fall länger als ein paar Stunden. Wir haben es aber dennoch geschafft ein paar wirklich tolle Dinge zu besichtigen.

Nach einem kurzen Mittagessen haben wir uns direkt auf den Weg zur Christ Church gemacht. Während wir in der Schlange standen kam dann auch tatsächlich die Sonne zum Vorschein und präsentierte die Kirche in ihrer vollen Pracht.

Nach Betreten
der Kirche war uns sofort klar: Wir sind gerade mitten in Hogwarts, der Zauberschule die Harry Potter besucht.


Offensichtlich wurden viele Szenen hier gedreht. Somit sind wir mal wieder in einem ehemaligen Filmset gelandet. Besonders hervorzuheben sind die große Dinnerhalle, der Klosterinnenhof und die Kapelle. Christ Church ist aber nicht nur eine Kirche sondern auch ein College welches zur Universität von Oxford gehört. In Oxford ist es so, dass die Studenten für die gesamte Studienzeit in einem bestimmten College eingeschrieben sind in dem sie fast ihre gesamte Zeit verbringen. Jedes College hat seine eigenen Jahrhunderte alten Traditionen die auch heute noch fortgeführt werden.


Nach der Besichtigung der Christ Church haben wir uns dann auf den Weg zur bekanntesten Bibliothek der University of Oxford gemacht: Bodleian Library. Diese Bibliothek wurde 1320 gegründet und 1426 erweitert, weil die Manuskriptsammlung nicht mehr in die alte Bibilothek passte. In der Bibliothek kann man ein Exemplar jedes in England erschienenen Buches finden. Leider war die Bibliothek schon geschlossen, so dass wir nur den großen Innenhof bestaunen konnten.

Danach haben wir die Bibliothek durch einen Seiteneingang verlassen und standen direkt vor dem Gebäude in dem sich der Lesesaal der Bodleian Library befindet: der Radcliffe Camera. Hierbei handelt es sich um das markanteste Gebäude in Oxford welches 1748 erbaut wurde.





Leider war unser Besuch in Oxford damit auch schon vorbei und wir mussten uns wieder auf den Heimweg machen. In Oxford kann man aber noch so viele andere spannende Dinge sehen, dass wir auf jeden Fall noch einmal wiederkommen werden!

Montag, 19. Oktober 2009

Real Life in Reading: Plastikkomposthaufen & Feuerhandtücher

Eine weitere Nachricht von meinem Wohnheim:

"Some of you may have noticed that the kitchens in your blocks are used by a 7 other residents. This of course means that you have to clean up as you go otherwise we end up with a large pile of washing up / tea bags/ spoons /rubbish strewn about the worktop and floor.
Please clean as you go. If its rubbish please put it in the bin, not out the window, it may feel like you are being ‘green’ by starting a compost heap outside the windows but it isn’t , as the plastic kebab boxes and bottles that we find take approximately 450 years to biodegrade."

(Übersetzung: Einige von euch haben vielleicht bemerkt, dass die Küche in euren Blocks noch von 7 weiteren Bewohnern benutzt wird. Dies bedeutet natürlich, dass ihr die Küche sauber halten müsst, damit wir nicht in einem riesigen Haufen dreckigen Geschirrs, Teebeuteln, Löffeln und Müll auf den Arbeitsflächen und dem Fußboden enden. Bitte räumt auf bevor ihr geht. Bitte werft Müll in den Mülleimer und nicht aus dem Fenster. Ihr mögt euch sehr "grün" fühlen wenn ihr anfangt einen Komposthaufen direkt vor eurem Küchenfenster anzuhäufen aber das seid ihr nicht, denn plastik Döner Schachteln und Flaschen brauchen ungefähr 450 Jahre um sich biologisch abzubauen.)

Diese E-Mails sind wirklich kein Scherz. Wir bekommen mails wie diese ca. 2-3 mal pro Woche! Ich frage mich immer, ob sich da jemand immer wieder was lustiges ausdenkt oder ob solche Dinge wirklich passieren. Zur Sicherheit habe ich mal unter unserem Küchenfenster nachgeschaut. Ich konnte aber keinen "Komposthaufen" entdecken. Muss also in einem anderen Haus gewesen sein, wenn das wirklich passiert ist...

Never-ending story: FEUER

Svenja hat heute vom Wohnheim ein unheimlich schönes und praktisches Handtuch geschenkt bekommen. Ich werde meins wohl auch morgen erhalten, da die Küchen in meinem Haus erst morgen gereinigt werden. Die Uni tut wirklich alles in ihrer Macht stehende um die große Feuergefahr hier zu bekämpfen!!!! Ich freue mich jetzt schon auf das tolle Geschenk!



Essay Writing & Marking System:

Seit wir angefangen haben in Reading zu studieren wurde uns gesagt, dass das Essay Writing in Kontinentaleuropa ganz anders ist als hier auf der Insel. Heute hatten wir eine gesamte Vorlesung, die sich mit diesem Thema befasst hat. Offensichtlich habe ich einen Vorteil, weil ich in Deutschland an einer Internationalen Hochschule studiert habe und dort den britischen Schreibstil erlernen durfte. Was hier allerdings wirklich anders ist, ist das Notensystem. Während wir in Deutschland Noten von 1-6 geben, gibt es hier im Grunde nur 5 Noten, die wie folgt aussehen:
  • > oder = 70%: Distinction (Auszeichnung)
  • 60 - 69%: Merit
  • 50 - 59%: Pass
  • 40 - 49%: Failing
  • unter 40%: Failed
Das heißt nun also, dass alles ab 50 Prozent zumindest bestanden ist. In den oberen 30% wird aber nicht mehr in unterschiedliche Noten unterteilt so wie bei uns. Das ist hier aber auch nicht nötig, denn wie wir nun schon des öfteren erfahren durften, bekommt man sowieso eigentlich nie etwas besseres als 75%. Ich frage mich, warum man dann keine 100% bekommt, wenn man das Beste erreicht hat was möglich ist. Hier mal eine Übersicht, wie viel Prozent der britischen Studenten in welche Kategorie fallen:


Sonntag, 18. Oktober 2009

Meeting the Queen

Wie gestern versprochen, hier nun der Beweis dafür, dass ich die Queen auch wirklich getroffen habe:


Ein kleiner restlicher Teil der Windsor Famile war natürlich auch dabei.
Wie man auf dem Bild sehen kann ist die Queen wirklich nicht besonders groß. Ist schon interessant, wem man so alles begegnen kann, wenn man durch die Straßen von Notting Hill schlendert.

Für alle, die nicht viel über die Queen von England wissen, hier mal ein kleiner Überblick über die wichtigsten Informationen: Die Queen wurde 1926 in London, Mayfair geboren und ist die älteste Tochter von König George VI. Ihr voller Name ist Elizabeth Alexandra Mary Windsor.
Seit dem Todestag ihres Vaters am 6. Februar 1952 ist sie die Königin von England. Offiziell gekrönt wurde sie allerdings erst am 2. juni 1953 in der Westminster Abbey.

Wer sich noch mehr für die Queen interessiert und noch weitere Infos braucht findet diese hier

Samstag, 17. Oktober 2009

London Part 2: Notting Hill, Tower Bridge & Tower of London

Heute haben Raquel und ich uns ein weiteres Mal auf den Weg nach London gemacht. Dieses Mal mit ein bisschen mehr Vorplanung. Das heißt, wir haben uns schon gestern zusammengesetzt und überlegt, was wir uns alles anschauen wollten. Dabei ist folgender Plan entstanden:
  • Notting Hill
  • Tower Bridge
  • Tower of London
Nach unserer Ankunft an der Paddington Station haben wir uns zu Fuß auf den Weg Richtung Notting Hill gemacht. In Notting Hill angekommen sind wir durch die Portobello Road und den Portobello Market geschlendert. Hier wird schon seit 1837 regelmäßig ein Markt abgehalten. Auch heute kann man hier noch viele verschiedene Dinge, vor allem aber Antiquitäten, Schmuck, Obst, Backwaren und allerlei andere kuriose Dinge kaufen. Hier ein kleiner Eindruck von den angebotenen Waren:



Nach unserem Besuch auf dem Portobello Markt sind wir weiter durch den Stadtteil Notting Hill geschlendert. Dieser ist spätestens seit dem gleichnamigen Film weltweit bekannt. Viele Dinge aus dem Film findet man auch in den Straßen Notting Hills wieder. Wie zum Beispiel den Travel Bookshop im Blenheim Crescent. Leider war Hugh Grant heute nicht da, aber man kann ja nicht alles haben. Sein Haus mit der blauen Tür haben wir leider auch nicht gesehen! :-)


Der Stadtteil Notting Hill ist vor allem bekannt für seine karibischen Einwohner, die jedes Jahr hier drei Tage lang Karneval feiern und mit leuchtend bunten Kostümen durch die Straßen ziehen. Besonders gut gefallen haben mir die vielen kleinen Straßen mit den schönen Häusern, die alle in verschiedenen Farben gestrichen sind. Man fühlt sich nicht wie in einer Großstadt, sondern eher wie in einem kleinen malerischen Ort. Hier würde ich sofort hinziehen, doch leider sind die Mieten bzw. Kaufpreise für diese Häuser viel zu hoch!!!! Hier mal ein Eindruck vom Viertel:


Weiter ging es dann danach in Richtung Tower Bridge, welche weiter im Osten der Stadt liegt. Wir hatten geplant, von Notting Hill mit der Underground dorthin zu fahren und dann dort etwas zu essen. Leider war dies auch wieder einfacher gesagt als getan, denn die Londoner Underground wurde heute scheinbar von Grund auf restauriert weswegen viele wichtige Strecken nicht befahren wurden. Nach häufigem Umsteigen und Ändern der Route sind wir dann doch irgendwann total ausgehungert an der London Bridge Station angekommen. Dort haben wir nach einem erschwinglichen Essen gesucht, welches wir leider nicht finden konnten. Somit haben wir das Essen noch weiter hinaus geschoben und haben uns zunächst einmal die Tower Bridge angeschaut:


Die Tower Bridge gibt es seit dem Jahr 1894. Der untere Teil besteht aus einer Zugbrücke, welche bei Bedarf hochgezogen werden kann, damit auch größere Schiffe die Brücke passieren können. Der obere Steg ist nur für Fußgänger zugänglich. Gehalten werden der Steg und die Zugbrücke von zwei großen Türmen auf beiden Seiten. Bis 1976 wurde der Zugbrückenmechanismus von einer Dampfmaschine angetrieben.

Auf der anderen Seite der Themse angekommen haben wir dann doch irgendwann ein Restaurant gefunden, welches erschwingliche Preise für zwei Studentinnen bot. Nach dieser Stärkung haben wir dann den Tower of London besucht.














Der Tower of London hat leider keine schöne Vergangenheit, denn er beherbergte
in seinen Verließen zum größten Teil Hochveräter und andere Gegner der Krone. Fast alle von ihnen wurden gefoltert und fanden schließlich ein gewaltsames Ende. Heute kann man das Schlossähnliche Gelände sowohl von innen als auch von außen besichtigen. Vom South Wall Walk hat man einen herrlichen Blick auf die Tower Bridge und die Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite der Themse. Im Waterloo Block des Jewel House durften wir dann die weltberühmten Kronjuwelen begutachten. Allerdings habe ich mich dabei eher wie ein Sushi auf dem Fließband in einem Sushi-Restaurant gefühlt, da man auf einem Laufband stehend an den Kronjuwelen vorbeigeleitet wird. Stehen bleiben kann man davor also nicht. Fotos sind natürlich auch nicht erlaubt.

Nach der Besichtigung des Tower of London haben wir uns schließlich total erschöpft aber glücklich zurück auf den Heimweg nach Reading gemacht um uns morgen wieder mit unserem Lesestoff für die kommende Woche zu beschäftigen.

Endlich konnte ich heute auch die Queen treffen, aber dazu erst morgen mehr...

Donnerstag, 15. Oktober 2009

How to get a mobile contract in UK - Grundkurs für Einsteiger

Man sollte meinen, dass es einfach wäre einen Handyvertrag in England zu bekommen. Wie aber schon in den letzten Wochen festgestellt, ist nichts so einfach wie man es sich vorstellt.

Da ich einen Handyvertrag und keine Prepaid-Karte wollte, war mir klar, dass ich zunächst ein Bankkonto benötige. Da ich sowieso eins brauchte habe ich mich also auf den Weg zur Bank gemacht und ein Konto eröffnet. Im ersten Moment schien das alles sehr einfach. Mir wurde gesagt, dass meine Karte in ein paar Tagen in der Bank wäre und mir mein Pin zugeschickt wird. Ich hatte auch schon die entsprechenden Daten um Geld von meinem deutschen Konto auf das britische Konto zu überweisen. Da ich nicht wusste, ob ich meine Bankkarte brauche um einen Handyvertrag zu bekommen habe ich mich in der Bank informiert und mir wurde erklärt, dass meine Kontonummer und die BLZ vollkommen ausreichen. Da dies in Deutschland ja nicht anders ist habe ich mich dann direkt in den Bus gesetzt und bin in die Innenstadt gefahren um bei O2 den Vertrag abzuschließen, den ich mir vorher rausgesucht hatte. Bei O2 wurde mir dann allerdings gesagt, dass sie meine Bankkarte brauchen, weil sie die Nummer auf der Rückseite benötigen. Das war also nichts.

Somit musste ich mich ca. eine Woche gedulden bis dann endlich meine Karte da war. Mit meiner Karte machte ich mich dann eine Woche später erneut auf den Weg in die Innenstadt (Hin und Zurück in die Innenstadt kosten jedes mal 3 Pfund). Bei O2 angekommen habe ich meine Bankkarte abgegeben und wurde dann plötzlich nach meiner Kontonummer gefragt. Wie konnte ich auch nur annehmen, dass die Kontonummer auf der Bankkarte steht? Zum Glück hatte ich meine Online-Banking Daten dabei und konnte meine Kontonummer online abfragen. Leider wurde mein Antrag auf einen Handyvertrag dennoch vom System abgelehnt und ich wurde aufgefordert mit meiner Bank zu sprechen.

Also habe ich der Bankfiliale in der Innenstadt einen Besuch abgestattet und durfte dort erfahren, dass mein ENGLISCHES Bankkonto mit meiner DEUTSCHEN Adresse eröffnet wurde. Ich meine, wie kann das sein? Ich hatte doch meine englische Adresse mit angegeben! Ich habe dann die freundliche Bankangestellte gefragt, ob sie bitte meine Adresse ändern kann und sie sagte, das sei kein Problem und begann wie wild in die Tasten zu hauen um meine Adresse in der Datenbank zu ändern. Meine Hoffnung auf einen Handyvertrag an diesem Tag wurde aber dennoch direkt im nächsten Moment zerstört als die Dame mir mitteilte, dass die Adressänderung ca. 6 WERKTAGE benötigt. Wie kann das sein? Was müssen die tun um meine Adresse zu ändern? Muss da erst jemand auf dem Pferd zu irgendeiner Hauptgeschäftsstelle in der Wüste reiten um den Antrag als Brief abzugeben um dann wieder zurück nach Reading zu kommen? Ich musste mich also damit abfinden, dass ich nun noch eine Woche ohne eine britische Handynummer auskommen muss.

Nach einer Woche habe ich mich wieder auf den Weg zur Bank gemacht um sicher zu gehen, dass meine Adresse auch geändert wurde bevor ich mich ein weiteres Mal auf den Weg in die Innenstadt mache. Die Adresseänderung war erfolgreich und gestern haben Raquel und ich uns dann erneut auf den Weg in die Stadt gemacht. Bei O2 angekommen wurde mein Antrag aber leider wieder abgelehnt. Was diesmal schief lief? Ganz einfach. Man muss die Bankkarte erst einmal benutzt haben bevor man damit einen Handyvertrag bekommt. Das konnte ich aber nicht, weil meine PIN Nr leider noch nicht da ist (ich meine die, die ein paar Tage später da sein sollte und nun, nach über 2 Wochen, immer noch nicht da ist...). Also hieß es wieder warten! Raquel hatte ihre Karte (von einer anderen Bank) zum Glück schon benutzt und versuchte nun auch einen Handyvertrag zu bekommen. Ihr Antrag wurde auch angenommen doch dann wurde sie nach ihrem Reisepass gefragt. Ein normaler Ausweis war leider nicht genug. Warum weiß leider niemand! Man kann hier als EU-Bürger mit seinem normalen Ausweis einreisen, aber einen einfachen Handyvertrag bekommt man damit nicht. Leider hat Raquel ihren Reisepass, genau wie ich, nicht in England. Somit hätte sich die Wartezeit noch einmal bis zum Ende des Monats verzögert, weil wir erst dann die Reisepässe hier hätten, wenn ich nicht gesagt hätte, dass es echt schade ist, dass man keine Prepaid-Karte mit Internetverbindung (welche ich für mein iPhone brauche) bekommen kann. Da sagte uns die O2 Mitarbeiterin plötzlich, dass das überhaupt kein Problem sei und ein paar Minuten später hatten wir beide eine Prepaid Karte mit Internet Flatrate und das auch noch für den gleichen Preis wie bei dem vorher ausgewählten Vertrag. Zusätzlich haben wir auch noch unendlich viele freie SMS (natürlich nur in England).

Nach fast 3 Wochen Wartezeit und diversen Telefonaten und SMS von meinem deutschen Handy auf Raquels spanisches Handy und umgekehrt, haben wir nun beide eine britische Nummer und können uns auch noch umsonst schreiben! Man sollte die Hoffnung also niemals aufgeben.

Meine PIN Nr für meine Bankkarte habe ich allerdings immer noch nicht und muss nun jedes mal wenn ich Geld brauche in die Bank zum Schalter gehen. Mal sehen wie lange das noch dauert! Bisher habe ich mir immer noch eingeredet, dass es am Post-Streik hier liegt, dass die PIN Nummer noch nicht da ist, aber dann hätte die Post beschlossen während des Streiks nur Werbepost zu verschicken, denn die habe ich in den letzten Tagen in großer Menge von meiner Bank erhalten...

Montag, 12. Oktober 2009

Reading in Reading

Nach langer Überlegung bin ich nun zu dem Schluss gekommen, dass der Name der Stadt in der ich lebe doch keinen so historischen Hintergrund hat. Es kann einfach kein Zufall sein, dass man in einer Stadt mit dem Namen Reading (Englisch für lesen) so viel lesen muss.

Nach unserem freien Tag am Samstag haben Raquel und ich gestern beschlossen uns zum gemeinsamen lesen zu treffen, da wir immer noch mit dem Lesestoff für International Strategic Management und Financial Management hinterherhängen. Gesagt, getan. Gegen Mittag haben wir uns im Kaffee in unserer Bibliothek getroffen, denn wir haben nach einer Umgebung gesucht, in der es nicht komplett still ist, in der man aber auch nicht von anderen Dingen abgelenkt wird. Das Cafe Libro war perfekt dafür. Das Ganze hat auch wunderbar geklappt bis dann um ca. 16.45 Uhr eine Sirene losging (wir dachten natürlich sofort wieder an einen Feueralarm. Würde mich auch nicht wundern, wenn sie den hier Sonntags in der Bibliothek testen...). Zu der Sirene blinkten an allen erdenklichen Stellen rote Lichter. Die Sirene dauerte ca. 2 Minuten an bis uns dann von einer netten Frauenstimme mitgeteilt wurde, dass die Bibliothek um 17.00 Uhr schließt. Somit also auch das Cafe in der Bibliothek. Also mussten wir gezwungenermaßen unseren Platz räumen und nach etwas anderem suchen. Das war aber leider unmöglich, denn sämtliche Cafes auf dem Campus und auch alle anderen öffentlichen Räume sind Sonntags geschlossen. Auch in der näheren Umgebung des Campus konnten wir kein Cafe finden. Nach einer endlosen, ergebnislosen Suche haben wir uns schließlich auf den Weg nach Hause gemacht um jeder für sich alleine an unseren Schreibtischen zu sitzen und weiter unserem Lesestoff zu folgen.


Manchmal ist das auch gar nicht so einfach die Texte zu verstehen die wir lesen sollen. Zum Beispiel sollen wir ein Kapitel aus dem Buch unseres Dozenten lesen. Leider spricht er nicht nur in den Vorlesungen super verwirrent so dass man denkt der Mann kann einfach nur auf Drogen sein, sondern er schreibt auch in der gleichen unübersichtlichen Art und Weise. Somit muss man jeden Absatz ca. 3 mal lesen um ihn zu verstehen, was den Leseprozess erheblich verlangsamt.

Neben den Kapiteln aus verschiedenen Büchern haben wir auch noch das Magazin The Economist und die Financial Times abonniert, welche wir nun auch regelmäßig lesen.

Um noch mal auf meinen Ausgagngspunkt zurückzukommen, ich bin mir nun mehr als sicher, dass die Stadt Reading ihren Namen auf Grund der Aktivitäten an der Universität erhalten hat. Somit muss die Universität eher hier gewesen sein als die Stadt. Eine andere logische Erklärung für diese Mengen an Lesestoff habe ich leider nicht.

Die essentielle Frage wäre dann nur noch, wo im Namen der Stadt findet man das Feuer wieder?